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Schicksal als Herausforderung - Musikmedizin als Chance

Schweizerischer Musikerverband
Pia Bucher

SMZ Nr. 10 Oktober 1998

Durch meine langjährige, internationale Konzerttätigkeit als Solistin, Kammermusikerin und Soloposaunistin im verschiedenen Orchestern durchlebte ich ein intensives und sehr befriedigendes Berufsleben. Durch ein parodontales Problem und einer anschliessenden Operation geriet meine Berufsausübung unter enormen Stress. Es kam schliesslich zu einer Fehlfunktion im Kehlkopf. Dadurch verlor ich die Mittellage auf der Posaune, so dass ich meinen Beruf nicht mehr ausüben konnte. Ich suchte überall nach Lösungen und fand in der Schweiz keine geeignete Anlaufstelle. Ein halbes Jahr später stiess ich je doch zufällig in Frankreich und Deutschland auf Musik-Mediziner. All diese Erfahrungen haben mich dazu bewogen, zusammen mit Ärzten die Schweizerische Gesellschaft für Musik-Medizin (SMM) zu gründen. Auslösend für die Gründung war, dass eine immer grösser werdende Anzahl von Musikerinnen mit einem spezifischen Problem, das ihre Spielfähigkeit einschränkt oder sie gar berufsunfähig macht, keine Anlaufstelle fanden, die ihnen sachkundige Hilfe und Therapie bieten konnte. Es werden viele Therapien angeboten, die meist nur kurzfristige Besserung der Symptome herbeiführen und die Beschwerden langfristig verschlimmern, da die Ursachen dabei meistens nicht erkannt werden. Nicht selten kommen MusikerInnen auf uns zu, bei denen ohne sachgerechte Diagnose schon so viel therapiert wurde dass sie sich schon aufgegeben haben.

Die SMM hat sich zum Ziel gesetzt:

  1. Mit ausgewählten Ärzt(inn)en und Therapeut(inn)en zusammenzuarbeiten, die mehrere Jahre Erfahrung auf dem Gebiet der Musik-Medizin haben und medizinische als auch musikalische Kenntnisse mitbringen.
  2. Gute interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ärzt(inn)en und Therapeut(inn)en, damit der Mensch als Ganzes erfasst werden kann. Um den Musikerinnen und Musikern sinnvoll zu helfen wird in jedem Einzelfall ein individueller Therapieplan erstellt.

Musiker brauchen eine auf ihre speziellen Bedürfnisse zugeschnittene ärztliche Versorgung, vergleichbar mit der Sport-Medizin. Die SMM fordert die Zusammenarbeit mit Musikpädagogen, Kunst- und Musikhochschulen, um Prävention bereits in der Ausbildung anzubieten. So können Schäden durch Stress und Überbelastungen etc. vermieden werden. Die SMM organisiert auch regelmässige fachspezifische Vorträge und bietet im Sommer jeweils eine Therapie- und Fortbildungswoche für Musikerinnen und Musiker an.

Kontaktadresse:

Schweizerische Gesellschaft für Musik Medizin (SMM)
Pia Bucher, Haus Tromboasis, Rumiweg 4, 4539 Farnern
Tel. 032 636 17 71, Fax 032 636 17 25

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